Digital Paperwork
von Jan Koch
„Ordnung ist das halbe Leben“ sagt eine alte Volksweisheit und so ist es auch bei der Filmarbeit. Zum einen natürlich bei der Vorabplanung, denn man benötigt ja ein ordentliches Drehbuch, das in sich stimmig ist und einem logischen Handlungspfaden folgt. Zum anderen auch bei den Drehtagen, deren Erfolg nicht nur davon abhängig ist, wie engagiert alle Beteiligten sind, sondern auch wie gut der Tag geplant ist. Damit wird ein möglichst reibungsloser Ablauf gewährt und man vergisst vor allem nicht bestimmte Einstellungen zu filmen, wenn man eine genaue Szenenliste oder ein genaues Storyboard hat.
Darum soll es aber in diesem Artikel gar nicht gehen. Denn was viele sicherlich kennen, die ihren Computer zum Arbeiten nutzen, ist das Datei-Chaos. Durch dieses Problem hat sich bei uns der Begriff des Digital Paperworks verbreitet, zu deutsch: digitaler Papierkram. Wir mussten feststellen, dass sich unser Arbeitsaufwand erheblich verlängert hat, weil wir erst ziemlich spät angefangen haben richtig Ordnung in unsere Dateien zu bringen.
Zum Beispiel nehme man die gefilmten und noch ungeschnittenen Rohdateien.
Am Anfang hatten wir das „kreative“ Benennungssystem Bluescreen01, Bluescreen02 und so weiter. Daraus folgte dann nach dem Schneiden das System Einstellung01, Einstellung02 und den Rest kann man sich ja denken. Allerdings haben wir auch nicht nur Videodateien zu verwalten, sondern auch Sounds, Hintergrundbilder, Projektdateien für 3D-Modellierung / Animation und noch viele mehr. Das Problem mit der Ordnung wurde uns aber erst richtig bewusst, als wir versucht haben die einzelnen Teilgebiete des Filmes zusammenzusetzen. Denn eine Datei muss bei uns manchmal durch viele Programme laufen.
Ein Beispiel: Wir haben eine Bluescreen-Szene in der ein Jedi mit Lasern beschossen wird. Zunächst muss die Einstellung geschnitten und benannt werden. Dieser Dateiname wird jetzt benötigt um in einem Programm das Lichtschwert zu erstellen, in einem anderen wird der Hintergrund und die Laserschüsse eingefügt und zum Schluss muss das ganze ja zu einem Video zusammengefasst werden. Dabei verliert man leicht den Überblick, wenn man seine Dateien nicht ordnet. Deshalb haben wir ein paar Arbeitstage geopfert um Ordnung in das Chaos zu bringen. Nun haben wir folgendes System bei der Benennung:
*** Szenennummer_Einstellungsnummer in Szene_vorkommende Charaktere in dieser Szene_Bildart *** Bildart = ( Animation, Originalvideo, Bluescreen ).
Zusätzlich haben wir noch einen Einstellungsliste erstellt in der zu jedem Dateinamen noch Informationen stehen, wie beispielsweise der Dialoginhalt, der in dieser Einstellung gesprochen wird. Das hat uns geholfen Dateien besser zu identifizieren ohne sie ständig suchen oder öffnen zu müssen.
Falls ihr Ideen oder Vorschläge habt, wie man sonst noch Ordnung in das digitale Chaos schaffen kann, dann postet die einfach in unser Gästebuch.